Tango...

Sabine Eichner - Tango

... ist eine Ahnung, wie das Leben sein könnte, wie die Liebe sein könnte, die, ohne die Knospe abzuwarten, als umwerfende Blüte aus dem Stengel platzt.

Die Musik ist das Rauschen des Kosmos, der Sphärenklang, der sich oben unzählig entfacht, als melodischer Wandel der Gestirne dreht, und unten tanzen und leben die Menschen, immer die Gemütlichkeit und nicht das Brennen im Sinn: das schmusende Schunkeln und nicht das fanatische Pochen! Die Sicherheit und nicht die Explosion, die Schritte bleiben in der Rotunde und führen bei denen nie an den Abgrund...

Und aus der Wut und der Trauer, dass die Menschen es beim Tanzen lassen und nichts davon ins Leben erheben, daraus entstehen der Stolz und die Leidenschaft der Schritte.

Die Umsitzenden schauen irritiert hin, ahnen, aber prüfen nicht.

Der Tanz lehrt, dass jeden Moment das Fest des Lebens zu neuen, frischen Schritten einlädt, die Musik ist oft bekannt, aber im Gestalten wird sie ständig neu erfunden. Aber im Leben meistern die Menschen ihre Abgründe selten tänzerisch, die Leidenschaft wird zerdacht, der Mut zerhackt und man zieht es vor, am Abgrund zu kauern statt darüberhinwegzutanzen.